Beschreibung
Die Speierlingsorte Wiesbadener Frauenstein (Sorbus domestica) nimmt Bezug auf die gleichlautende Region in Hessen. Dieses Gebiet pflegt eine lange Obstbautradition und hat einen guten Ruf für Qualitätsobst.
Diese Speierlingsorte produziert viele Früchte, zählt zu den seltenen, regional bekannten Sorten und eignet sich gut zur Weiterverarbeitung. Sie entwickelt sich zu einem stattlichen, langlebigen Baum, der viele Jahre Freude sowie Nutzen bringt. Der Baum wächst stark, seine Krone formt sich breitkugelig bis pyramidenförmig und er erreicht eine Wuchshöhe von 4 bis 6 Metern – ein eindrucksvolles Erscheinungsbild!
Im Frühling trägt der Wiesbadener Frauenstein viele weiße Blütenbüschel. Sie duften leicht und bieten Insekten eine gute Nahrungsquelle. Von Ende September bis Oktober reifen die Früchte. Das Obst formt sich aus wie ein Apfel, mit grünlich-gelber Grundfarbe, sonnenseits mit warmroter Wange. Speierlingsfrüchte müssen nachreifen. Erst wenn die Früchte weich sind, geben sie ihren vollen Geschmack preis. Dieser schmeckt mild-süß, etwas würzig und erinnert leicht an Honig.
Das Obst wird meist zu Saft, Mus, Gelee, Chutney verarbeitet, kann aber auch vorzüglich auch zu Most und Obstweinen veredelt werden. Einem Apfelwein verleihen sie einen milden, abgerundeten Geschmack. Bei der Herstellung von Edelbränden liefert der Wiesbadener Frauenstein sehr feine, aromatische Destillate, mit einer sehr milden und leicht herben Note – eine ausgezeichnete Rarität!
Die Sorte verträgt Trockenheit gut, ist widerstandsfähig und braucht nur wenig Pflege. Sie mag Standorte, mit viel Sonnenschein und Wärme, Weinbaumgebiete sind also ideale Anbauregionen. Der Boden sollte tiefgründig und durchlässig sein. Auch an Orten mit weniger günstigem Klima gedeiht der Baum zwar verlässlich aber erreicht nicht die gleiche Fruchtqualität. Weil sie Winterkälte gut aushält und wenig krankheitsanfällig ist, passt diese Sorte ideal auf Streuobstwiesen, in große Hausgärten und in naturnahe Pflanzungen.







