Beschreibung
Die Rote Sternrenette (Malus domestica) ist unter vielen Namen bekannt, darunter Perlrenette, Weihnachtsapfel, Herzapfel, Calville Etoilée und Reinette Rouge Etoilée. Dabei spiegelt die Vielzahl der Bezeichnungen ihre lange Geschichte gut wider. Ihren Beinamen „Weihnachtsapfel“ verdankt die Sorte ihrem hohen Zierwert und ihrer attraktiven Fruchtfärbung zur Winterzeit.
Diese Apfelsorte existiert seit über 200 Jahren, wobei ihr Ursprung im Dunkeln liegt. Bereits früh vermuteten Experten, dass sie entweder vom Niederrhein oder aus Südlimburg in den Niederlanden stammt. 1830 wurde sie erstmals beschrieben.
Der Winterapfel bietet hervorragende Eigenschaften als Tafelapfel, und ist aufgrund seines sehr guten Geschmacks, besonders beliebt. Ihre mittelgroßen, plattrunden Früchte entwickeln bei Reife eine kräftig rote Schale. In der Vollreife ist der Apfel nahezu vollständig rot gefärbt. Die glatte, glänzende Oberfläche ist zudem mit kleinen, hellen, sternförmigen Punkten überzogen. Der Apfel verströmt einen deutlichen und äußerst schmackhaften Duft. Sein cremefarbenes Fruchtfleisch ist vor allem schalennah intensiv rot gefärbt, von wo aus feine rote Adern dekorativ durch die Frucht verlaufen. Dank seines ausgewogenen Säure-Zuckerverhältnis schmeckt der Apfel saftig, würzig und fruchtig.
Rote Sternrenette – der besondere Mostapfel
Die intensiv duftenden Früchte entwickeln darüber hinaus bei zunehmender Reife eine kräftige Rotfärbung. Charakteristisch sind die hellen, sternförmigen Schalenpunkte. Sie verleihen dieser historischen Sorte ihren Namen und machen sie zu einem attraktiven Fruchtschmuck.
Die festen, knackigen Früchte reifen ab Mitte Oktober und bleiben lange am Baum hängen. Mit ihrer auffälligen Erscheinung verschönern sie jeden Garten und gelten als Schaufrüchte. Die Weihnachtsäpfel lassen sich bis März des Folgejahres lagern. Neben ihrer optischen Attraktivität beeindrucken sie mit ihrem ausgezeichneten Geschmack. Bei der Mostherstellung liefert die Rote Sternrenette einen intensiv roten, außergewöhnlich aromatischen Saft, der von vielen Mostereien besonders geschätzt wird. Aufgrund der schnellen Oxidation eignet sich die Sorte jedoch nur eingeschränkt als klassischer Wirtschaftsapfel.
Anpassungsfähiger und robuster Apfelbaum für viele Standorte
Die Rote Sternrenette trotzt Krankheiten wie Krebs, Schorf und Mehltau. Zunächst wächst der Baum in der Jugend langsam, steigert jedoch seinen Wuchs mit zunehmendem Alter. Mit einer Wuchshöhe von 3 bis 5 Metern passt er selbst in kleinere Gärten, ist jedoch nicht für die dauerhafte Kübelpflanzung geeignet. Pro Jahr legt er etwa 20 bis 40 Zentimeter zu. Die Wurzeln gehen tief in den Boden, der Baum steht daher gut und fest. Der Baum kommt mit unterschiedlichen Böden und Klimabedingungen zurecht und gedeiht auch in rauen Höhenlagen, ohne an Fruchtgeschmack einzubüßen.
Er bevorzugt leicht feuchte Böden und zeigt sich weniger geeignet für trockene Standorte. Die Sorte gilt jedoch als insgesamt ausgesprochen widerstandsfähig, robust und anspruchslos. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit kommt sie auch mit weniger optimalen Bedingungen gut zurecht und zeigt eine stabile Blattgesundheit. Die späte Blütezeit von Ende April bis Mai schützt ihn vor Spätfrost und sichert eine zuverlässige Ernte. Das sommergrüne Laub ist eiförmig und wird schließlich im Herbst vollständig abgeworfen.
In den ersten Jahren erreichen die Früchte noch nicht ihre volle geschmackliche Qualität. Erst ab dem vierten bis fünften Standjahr entwickeln sie ihre typischen Aromen.
Die Rote Sternrenette eignet sich hervorragend für andere spät blühende Apfelsorten, benötigt jedoch selbst ebenfalls eine Befruchtersorte in der Nähe. Als gute Befruchter eignen sich beispielsweise folgende Apfelsorten:
- Cox Orange
- Gloster
- Ontario
- Pfannkuchenapfel
- Prinz Albrecht
- Roter Eiserapfel
- Zuccalmaglio
- James Grieve
- Elstar
- Roter Berlepsch
Kurz gefasst:
Die Rote Sternrenette besticht mit ihrem Aussehen und ihrem hervorragenden Aroma. Zur Erntezeit färbt sich die mittelgroße, plattrunde Frucht fast komplett rot. Auf der Fruchthaut zeigen sich dabei auffällige helle Punkte, die wie kleine Sterne aussehen. Beim Hineinbeißen bietet das feste, saftige Fleisch einen süß-säuerlichen Geschmack mit feiner Würze. Direkt unter der Schale ziehen sich rötliche Adern durch das Fruchtfleisch. Die Äpfel reifen ab Mitte September nacheinander am Baum. Im Keller hält sich der Vorrat bis in den März hinein. Aus den Früchten kann ein tiefroter, kräftiger Most gewonnen werden. Der frostharte Baum wächst kräftig und stellt kaum Ansprüche an den Boden. Er trotzt Krankheiten und gedeiht an fast jedem Ort problemlos.






